Kapitel 9

Einige weitere Sonnenheilmittel

[HS.01_009,01] Zu dem bisher Gesagten und Gezeigten will Ich euch noch einige Medikamente, durch die Sonnenstrahlen präpariert, hinzugeben, die jedoch mehr äußerlich als innerlich zu gebrauchen sind, und die ihr sonnenstrahlensympathetische Heilmittel nennen könnt.

[HS.01_009,02] Nehmt das Zweigholz samt der Rinde eines Zwetschgenbaumes und verbrennt es zu Asche.

[HS.01_009,03] Am besten wäre es freilich, wenn ihr ein so starkes Brennglas oder einen Hohlspiegel hättet, um mit dessen Brennpunkte das Zwetschgenholz, das natürlich vorher zu kleinen Scheiteln (Spänchen) gemacht werden müßte, zu Asche zu verbrennen.

[HS.01_009,04] Diese Asche müßte dann noch eigens 5 bis 8 Tage den Sonnenstrahlen ausgesetzt werden, in einem dunklen Gefäße natürlich besser als in einem lichten.

[HS.01_009,05] Nachdem diese Asche also durch die Sonnenstrahlen präpariert ist, muß sie – so wie die anderen Medikamente – in einem trockenen Fläschchen, vor der Einwirkung der äußeren Luft besonders wohl verwahrt, an einem trockenen Orte aufbewahrt werden.

[HS.01_009,06] Wenn jemand angefressene Zähne hat, so nehme er ungefähr 5 bis 8 Gran davon auf ein halbweiches Zahnbürstchen, das zuvor in einen gesonnten Zwetschgengeist zu tauchen ist.

[HS.01_009,07] Mit dem also mit der Asche versehenen Bürstchen reibe man sich den angefressenen Zahn 3 Tage hindurch, und zwar des Morgens und des Abends, recht wohl aus, und der Beinfraß wird dadurch eingestellt und am Ende eine vollkommene Herstellung des Zahnes bewerkstelligt werden.

[HS.01_009,08] Man kann sich eine ähnliche Asche auch aus der Salbeistaude bereiten, die dann auf die gleiche Weise zu behandeln ist; nur ist da das Bürstchen nicht in puren Zwetschgengeist zu tauchen, sondern in einen mit ätherischem Salbeiöl geschwängerten, ungefähr vierziggradigen Weingeist.

[HS.01_009,09] Den Weingeist aber schwängert man mit dem ätherischen Salbeiöl dergestalt, daß man auf 1/8 Seidel 8 bis 10 Tropfen Salbeiöl gibt, dann das Fläschchen wohl verstopft, es gut durcheinanderschüttelt und 5 bis 8 Tage hindurch den Sonnenstrahlen aussetzt, darauf das Fläschchen entweder mit einer dunklen Farbe bestreicht oder mit dunklem Papier umwickelt und es alsonach zum Gebrauch an einem trockenen Orte aufbewahrt.

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